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2 Jahre haben wir wieder auf die Nordpferd gefiebert und unsere Pferde dafür vorbereitet. Viele kleinere Veranstaltungen wahrgenommen damit die Nordpferd für unsere Pferde so streßfrei wie nur möglich von statten geht. Denn so ohne ist die Showhalle auf der Nordpferd nicht. Die Zuschauer sitzen über den Pferden. Jede Reaktion der Zuschauer, ob es nun die Bewegungen selbst oder auch das mitfiebern und klatschen ist, alles kommt viel lauter unten an als diejenigen sich das oben überhaupt vorstellen können. Wenn alle Zuschauer z. B. mitklatschen ist das für die Pferde unten wie Kanonendonner. Dabei ein Pferd auf seine Aufgabe zu konzentrieren, es bei der Konzentration zu halten, ist an diesem Wochenende nicht jedem Reiter / Horsemanshippler gelungen. Auch meinen Schülern viel es schwer meine Shettys Mikey & Balou für sich zu gewinnen. Vor allem Anna hatte mit Mikey am Samstag echt zu kämpfen, so dass ich in der Show kurzerhand das Zepter übernommen habe. Mikey hatte sich denn mal wieder überlegt, wie eine kleine Flitzmaus buckelnder Weise durch die Halle zu fegen. Anna war in der Situation einfach überfordert. Den Zuschauern habe ich erklärt, das man jetzt mit der Pferdepersönlichkeit arbeiten muß. Sie haben natürlich alle gelacht und fanden es sehr lustig, wie er durch die Gegend rannte und buckelte. Je mehr das Publikum johlte und applaudierte, desto schneller wurde Mikey. Allerdings half dann er durchdringender Pfiff von mir und ein energisches Rufen, das er dann doch endlich zum Podest gesaust kam. Natürlich applaudierte das Publikum wieder. Mikey wieder los. Allerdings hatte ich zwischendurch die Gelegenheit, ihn einen Leckerlie zwischen die Zähne zu schieben. Das half. Beim nächsten abhauen, war er sofort wieder danach bei mir. Und so haben wir uns dann durch die Situation manöviert. Sprung, Podest, Keks. Nächster Sprung, Podest, Keks. Somit wurde das Podest zum sicheren Ort. Dann sogar kurzes hinlegen und Podest und Keks. Und dann war er plötzlich nicht mehr emotional, so dass ich ihn auf mich richtig fokussiert hatte und einige Aufgaben absolvieren konnte. Zum Schluß konnte sogar Anna wieder mit ihm spielen. Es war sehr spannend. Denn mit jeder Aufgabe wuchs die Blase, die wir um uns gebaut hatten, die Blase der Konzentration, der Vertrautheit in den Dingen, die wir zu hause miteinander spielen. Mikey gab echt alles und wollte alles noch besser zeigen. Er hatte sein Lampenfieber überwunden. Und das Publikum klatschte und wir rockten das Haus. Auch Paula hatte mit Balou das selbe Problem. Allerdings hat sie es geschafft, ihn sehr schnell wieder auf sich zu konzentrieren. Er ist jünger als Mikey, nimmt aber die Außenwelt viel Gelassener. Er legte sich auf die Plane, Paula konnte ihn sogar darin einpacken. Unser 24j. Athos, der das erste Mal Nordpferd mitgegangen ist, war zwar aufgeregt aber er „Stand seinen Mann“ und das alle Tage und paßte sehr auf seine Besitzerin Nicole auf, dass ihr ja nix passiert und sie runter fällt. Nicht einmal hat er gescheut vor dem Publikum, vor dem Applaus. Er als Routinier und ehem. M-Springpferd ist gesprungen für Aachen und hat seine Sache wirklich sehr sehr gut gemacht. Aber auch Anton und Katrin sind wieder über sich hinaus gewachsen auf der Nordpferd. Mit Schlauchboot hinten dran und Bareback Pad drauf, galoppierte Katrin mit Anton durch die Halle und das am Knotenhalfter. Die Zuschauer staunten auch nicht schlecht, als dann das Geschirr abgenommen wurde und Anton in feinster Dressurmanier durch die Halle tanzte und fliegende Wechsel sowie Galoppiroutten zeigte. Denn von einem Haflinger wird das nicht gerade erwartet. Wieder einmal haben wir allen gezeigt, wieviel Spaß man mit seinem Partner Pferd haben kann und das eine vielseitige Ausbildung nicht nur uns Menschen Spaß bringen kann, sondern auch unseren Pferden. Hier auch nochmal ein richtig dickes dickes Danke an die Helfer, die uns allen zur Seite standen. Ohne Euch wäre die Nordpferd nicht zu machen. Danke an: Katrin, Nicole, Nina, Tanja, Christin, Sonja, Margot, Svenja, Michi, Simone, Christin, Paula, Anna, Alida, Simone,  Svenja, Jan.

Unsere Euphorie wurde nur getrübt von den vielen teilweise sehr schlechten Bildern nicht nur in der Abreitehalle. Da gab es teilweise sehr unschöne Szenen. Richtig zugeschnürte Mäuler, Rollkur war dort fast an der Tagesordnung. Und dies auch in der Galashow. Dann gab es Pferde, die erst 7 Wochen unter dem Sattel waren und mit der Gesamtsituation total überfordert waren und das so sehr, dass beim Ausritt aus der Showhalle im vollen unkontrolliertem panischen Galopp, das Pferd fast ausrutschte und seine Reiterin dabei fast aus dem Sattel flog. Ein Pferd sprang sogar während einer Darbietung in eine Kutsche. Nur ein schnell eingreifender Schutzengel hat die beiden gerettet und schlimmeres verhindert. Dann gab es immer wieder Pferde mit Reitern, wo gesagt wurde, es soll nicht applaudiert werden. Ganz ehrlich: Solche Reiter und Pferde haben in meinen Augen nichts auf einer so großen Messe zu suchen. Ja, Nordpferd ist schon was besonderes auch schon durch den Schnitt der Halle und den Zuschauern über den Pferden. Aber man muß und kann sowas üben. Und dann vielleicht nicht reiten, sondern erstmal am Boden mit dem Partner Pferd in die Halle gehen und dort versuchen die Konzentration wieder auf sich und die Sache zu lenken. Ich habe Sandokan jahrelang nicht auf großen Shows geritten, weil ich wußte, das er sich sicherer fühlte, wenn ich am Boden gearbeitet habe. Erst in 2013, also nach 7 Jahren, habe ich ihn das erste Mal auf der Hansepferd geritten. Und in den Holstenhallen erst in 2016 auf der Pferdestammbuchgala. Dort hat er sogar bei donnernden Applaus und rhythmischem Klatschen ruhig in der Ecke gestanden, weil er wußte, egal was kommt, mir kann nichts passieren. Muß es denn sein, daß Mensch seinen Ehrgeiz und Präsentationswahnsinn über die Psyche des Pferdes stellt?

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