Liegen & Flachliegen

Vertrauen, Loslassen und innere Ruhe

Das Liegen ist eine Arbeit, die seitens des Pferdes sehr viel Vertrauen zum Ausbilder bedarf. Nur ein Pferd, das seelisch seinem Ausbilder wirklich vertraut, wird sich in seine Arme legen.

Beim Aufrechtliegen ruht das Pferd in einer Haltung, in der es sich erholen kann und dennoch aufmerksam bleibt. Das Flachliegen ist die weitere Steigerung: Das Pferd legt sich vollständig auf die Seite, der Kopf liegt am Boden und die Beine sind entspannt ausgestreckt.

Beide Lektionen verlangen Ruhe, Geduld, Vorbereitung und ein feines Gefühl für das Pferd.

Vertrauen als Grundlage

Eine Arbeit, die seitens des Pferdes sehr viel Vertrauen zum Ausbilder bedarf. Nur ein Pferd, das seelisch seinem Ausbilder wirklich vertraut, wird sich in seine Arme legen.

Das Liegen verlangt vom Pferd, Kontrolle abzugeben. Es begibt sich in eine Position, in der es als Fluchttier besonders verletzlich ist. Deshalb darf diese Lektion niemals über Druck, Zwang oder Eile entstehen.

Entscheidend ist, dass das Pferd sich in der Nähe des Menschen sicher fühlt und die Situation nicht als Bedrohung empfindet.

Liegen entsteht nicht durch Festhalten – sondern durch Vertrauen, Ruhe und echte Sicherheit.

Das Aufrechtliegen

Beim Liegen stellt das Pferd Vorder- und Hinterbeine so weit es geht eng zusammen. Dann beugt es erst die Vorderbeine und anschließend die Hinterbeine.

Schon beim Hinunter biegt es Kopf und Körper zu einer Seite. Dabei sinkt es meist zuerst auf die Vorderfußwurzelgelenke, dann auf die Unterbrust und anschließend auf die Bauchseite.

Wir nennen es Aufrechtliegen. Das Pferd ruht so und erholt sich in einem oberflächlichen Schlaf, denn die Sinnesorgane wie Ohren, Nüstern, Augen und der Kopf kann es in dieser Stellung noch ungehindert nutzen und eine eventuell aufziehende Gefahr entdecken.

Im Aufrechtliegen bleibt das Pferd aufmerksam und kann seine Umgebung weiterhin wahrnehmen.

Das Flachliegen

Das Flachliegen ist eine weitere Steigerung des Liegens. Pferde legen sich nur zum Tiefschlaf flach auf die Seite. Dabei liegt der Kopf auf dem Boden und die Beine sind entspannt und lang ausgestreckt.

Wir benötigen das Flachliegen als weiterführende Arbeit für das Sitzen. Eine Faustregel besagt: Ohne Flachliegen kein Sitzen.

Der Grund dafür ist einfach: Man möchte vermeiden, dass das Pferd bei den Sitzübungen aus dem Aufrechtliegen gleich wieder aufspringt. Daher legt man es nach jeder erfolgreichen Sitzübung wieder flach ab.

Flachliegen auf Kommando ist ein toller Vertrauensbeweis

Voraussetzung für das Training

Das Pferd sollte einen in der Nähe dulden, zum Beispiel beim Wälzen. Man sollte auch hingehen und eventuell vor dem Aufstehen schon das eine oder andere Leckerchen verabreichen können, ohne dass unser Partner dieses als schrecklich empfindet.

Des Weiteren sollten das ausdauernde Kompliment und das Knien sicher ausgeführt werden. Für das Training schaffen wir wieder eine entspannte Atmosphäre, in der kein Stress entsteht.

Gutes Stachelschweinspiel aus den 7 Spielen des Natural Horsemanship sowie das Wiegen in der Beinlonge können hier hilfreich sein. Bei der Arbeit mit der Beinlonge ist der zweite Partner als Fütterer unverzichtbar.

Aber auch aus dem Wälzen lässt sich ein zuverlässiges Ablegen erarbeiten. Natürlich benötigt man viel Zeit, eigene Ruhe und Geduld. Nur dann führt die Arbeit letztendlich zum ersehnten Ziel.

Das Flachliegen

Das Aufrechtliegen muss gefestigt und die entsprechende Grundstimmung dafür geschaffen sein. Auch sollte das Pferd über eine ausreichende innere Ruhe verfügen.

Ein gut gespieltes „Weichen auf stetigem Druck“ aus der Natural-Horsemanship-Grunderziehung kommt uns hier zugute.

Ob und wie diese Lektion für dein Pferd sinnvoll ist, hängt immer von Vertrauen, Vorbereitung und den körperlichen Voraussetzungen ab.