Steigen
Kraft, Balance und absolute Klarheit
Das Steigen gehört zu den spektakulärsten und anspruchsvollsten Zirkuslektionen. Dabei erhebt sich das Pferd auf ein bewusstes Signal hin auf die Hinterbeine, hebt die Vorderbeine an und richtet sich für einen Moment auf.
Kraftvoll, ruhig und ausbalanciert ausgeführt, ist das Steigen sehr beeindruckend. Gleichzeitig gilt es als Königsdisziplin der Zirzensik, denn es verlangt dem Pferd körperlich und mental sehr viel ab.
Diese Lektion darf niemals leichtfertig oder zu früh trainiert werden. Sicherheit, Vertrauen, klare Kommunikation und Gehorsam stehen immer vor dem beeindruckenden Effekt.
Die Königsdisziplin der Zirzensik
Man unterscheidet beim Steigen zwischen dem echten hohen Steigen und der Levade, die besonders aus der klassischen Reitkunst, zum Beispiel der Wiener Hofreitschule, bekannt ist.
Das Steigen braucht Kraft, Balance, Vertrauen, Gehorsam und eine sehr klare Kommunikation zwischen Mensch und Pferd. Richtig aufgebaut kann es die Körperkraft, Koordination und Balance des Pferdes fördern.
Außerdem kann es ein eindrucksvolles Show-Element in Freiheitsdressuren oder Vorführungen sein. Dennoch darf diese Lektion niemals leichtfertig oder zu früh trainiert werden, denn im falschen Zusammenhang kann sie für den Menschen gefährlich werden.
Beim Steigen gilt: Sicherheit, Klarheit und Gehorsam kommen immer vor dem Effekt.
Voraussetzungen für das Training
Bevor mit dem Steigen begonnen wird, müssen Pferd und Mensch sehr gut vorbereitet sein. Ein sicher sitzender Spanischer Schritt, ein zuverlässiges Rückwärtsrichten auf rhythmischen Druck sowie ausreichend Erfahrung mit Schultererhebungen sind wichtige Grundlagen.
Auch die allgemeine Grunderziehung, klare Führbarkeit und eine gute Natural-Horsemanship-Basis sollten vorhanden sein.
Das Steigen sollte niemals die erste oder eine frühe Zirkuslektion sein. Vorher sollte das Pferd bereits andere Lektionen sicher beherrschen, insbesondere Übungen, die Ruhe, Vertrauen und Gehorsam fördern. Dazu gehören zum Beispiel Lektionen zu Boden wie das Kompliment oder andere gut aufgebaute gymnastizierende Übungen.
Ein gut ausgebildetes Pferd, das solche Lektionen sicher kennt, wird in der Regel eher den Weg nach unten als unkontrolliert nach oben wählen.
Wichtig: Das Steigen gehört nur an Pferde, die körperlich, mental und in der Grunderziehung wirklich vorbereitet sind.
Wichtige Regeln beim Training
Beim Steigen gilt ganz besonders: Gehorsam vor Trick. Die Lektion darf ausschließlich auf ein ganz bestimmtes, klares Kommando erfolgen.
Das Pferd muss genau unterscheiden können, wann die Lektion gefragt ist und wann normales, ruhiges Verhalten erwartet wird. Nur so bleibt die Arbeit sicher und kontrollierbar.
Das Steigen darf niemals aus Stress, Angst, Abwehr, Übermut oder Aggression entstehen. In der Natur kann Steigen Teil von Imponierverhalten, Spiel, Abwehr oder Unsicherheit sein. In der Ausbildung darf diese Bewegung jedoch nicht als Druckmittel, Konfliktreaktion oder Spannungsabbau entstehen, sondern muss ruhig, kontrolliert und mit viel Geduld erarbeitet werden.
KLARHEIT
Nur auf Kommando!
Das Pferd muss sicher unterscheiden können, wann die Lektion gefragt ist und wann nicht.
SICHERHEIT
Nicht aus Konflikt
Steigen darf nicht aus Stress, Angst, Übermut, Abwehr oder Aggression entstehen.
REIFE
Erst mit Erfahrung
Nur wenn Pferd und Mensch wirklich reif für diese Lektion sind, sollte sie überhaupt erarbeitet werden.
Gymnastischer Wert und Verantwortung
Auch körperlich muss das Pferd sorgfältig vorbereitet werden. Das Steigen beansprucht Muskulatur, Bänder und Sehnen stark. Deshalb braucht es vorher ausreichende Kräftigung, Stabilität und Körperkontrolle.
Um das eigene Gewicht zu tragen und sich aufzurichten, müssen verschiedene Muskelgruppen sehr intensiv zusammenarbeiten. Das Pferd trainiert dabei Hinterhand-, Bauch- und Rumpfmuskulatur.
Ebenso wichtig sind die psychologischen und pädagogischen Voraussetzungen: Das Pferd muss die Aufgabe ruhig, vertrauensvoll und in vollem Gehorsam annehmen können.
Das Steigen ist nur dann sinnvoll, wenn Kraft, Kontrolle, Vertrauen und Verantwortung zusammenkommen.
Ob und wie diese Lektion für dein Pferd sinnvoll ist, hängt immer von Vertrauen, Vorbereitung und den körperlichen Voraussetzungen ab.
