Spanischer Schritt
Ausdruck, Takt und freie Schulterbewegung
Der Spanische Schritt ist eine klassische Lektion bzw. Zirkuslektion, bei der das Pferd im Schritt die Vorderbeine abwechselnd möglichst weit nach vorne anhebt und gestreckt wieder absetzt.
Idealerweise geschieht dies leicht versammelt, ruhig und im klaren Takt, ohne dass Raumgriff, Losgelassenheit oder Gleichmaß der Bewegung verloren gehen.
Korrekt und mit Ruhe erarbeitet, verbindet der Spanische Schritt Ausdruck, Körperbewusstsein, Balance, Schulterfreiheit und feine Kommunikation zwischen Mensch und Pferd.
Wenn Ausdruck in Bewegung kommt
Der Spanische Schritt entsteht aus dem ruhigen, kontrollierten Anheben der Vorderbeine im Schritt. Anders als beim Spanischen Gruß bleibt das Pferd dabei nicht stehen, sondern bewegt sich im klaren Takt weiter.
Die Vorderbeine werden abwechselnd nach vorne angehoben und gestreckt wieder abgesetzt. Dabei soll die Bewegung frei und geschmeidig aus der Schulter heraus entstehen.
Ein plattes Stampfen, Scharren oder hektisches Vorschlagen der Beine ist nicht erwünscht. Der Spanische Schritt soll nicht laut oder grob wirken, sondern ausdrucksvoll, taktklar und kontrolliert.
Der Spanische Schritt lebt nicht von Höhe allein, sondern von Takt, Ruhe und einer freien Bewegung aus der Schulter.
Ausdruck, Takt und Schulterfreiheit
Seinen besonderen Ausdruck erhält der Spanische Schritt durch die natürliche Aufrichtung, eine stolze Haltung von Kopf und Hals, freie und geschmeidige Bewegungen der Vorderbeine sowie ein aktives, energisches Abfußen der Hinterhand.
Wichtig ist, dass die Bewegung nicht nur vorne „showartig“ ausgeführt wird. Rücken und Hinterhand müssen mitgedacht werden, damit der Spanische Schritt gymnastisch wertvoll und ausbalanciert bleibt.
Dafür braucht das Pferd ein taktmäßiges Schrittgehen und eine Körperhaltung, die es ihm ermöglicht, die Vorderbeine höher zu heben und trotzdem in Balance zu bleiben.
Voraussetzungen für das Training
Bevor mit dem Spanischen Schritt begonnen wird, sollten wichtige Grundlagen sicher vorhanden sein. Das Pferd sollte dem Menschen vertrauen, klare Grenzen kennen und bereits gut auf Körpersprache reagieren.
Auch ein sauberes Touchieren sollte vorher sicher erarbeitet sein. Sinnvoll ist es, den Spanischen Schritt erst dann aufzubauen, wenn das Pferd bereits mindestens eine oder zwei Lektionen am Boden ruhig und zuverlässig beherrscht.
Ebenso wichtig sind auf Seiten des Menschen gutes Taktgefühl, genaue Beobachtungsgabe, Flexibilität und eine klare, faire Körpersprache.
Wichtig: Der Spanische Schritt sollte erst aufgebaut werden, wenn Vertrauen, Grenzen, Körpersprache und Touchierhilfe wirklich sicher sind.
Der gymnastische Nutzen
Richtig aufgebaut kann der Spanische Schritt einen wertvollen gymnastischen Nutzen haben. Er kann die Schulter freier machen, die Vorhand kräftigen, die Hinterhand aktivieren, den Takt festigen und das Pferd dazu anregen, den Brustkorb mehr anzuheben.
Entscheidend ist dabei, dass die Hinterhand fleißig bleibt und die Bewegung nicht nur vorne ausgeführt wird. Der gesamte Ablauf sollte flüssig, rhythmisch und mit dem ganzen Körper verbunden sein.
SCHULTER
Mehr Freiheit
Die Bewegung spricht Schulter und Brustbereich an und kann die Vorderbeinbewegung bewusster machen.
TAKT
Klares Gleichmaß
Der Spanische Schritt wird wertvoll, wenn die Bewegung ruhig, rhythmisch und im klaren Schritt bleibt.
HINTERHAND
Aktives Abfußen
Die Hinterhand soll fleißig bleiben, damit die Lektion nicht nur aus einer Vorderbeinbewegung besteht.
BALANCE
Aufrichtung tragen
Das Pferd lernt, Ausdruck und Aufrichtung mit Gleichgewicht und Körperkontrolle zu verbinden.
Der Spanische Schritt ist erst dann wertvoll, wenn Ausdruck, Takt und Gymnastik zusammenfinden.
Ob und wie diese Lektion für dein Pferd sinnvoll ist, hängt immer von Vertrauen, Vorbereitung und den körperlichen Voraussetzungen ab.
